Review: Subsystem - Unterholz

25.10.2016 14:56 von jazz (Kommentare: 0)

 

Subsystem - Unterholz - Cover
 

Klaus Mümpfer

 

Tiger Moon Records TRM 004

 

Almut Schlichting und Sven Hinse vom Duo „Subsystem“ bezeichnen sich als Tieftonspezialisten aus dem kreativen Unterholz der Berliner Jazzszene. „Unterholz“ ist deshalb auch der Titel der CD, die das Duo mit den sonoren Klangfarben von Baritonsaxophon und Kontrabass eingespielt hat. Der Sound der Tieftöner wird dabei aufgelockert durch Melodicas und Loops.

 

Virtuos loten die beiden Musiker die Möglichkeiten von Baritonsaxophon und Kontrabass aus. Dass dabei die traditionelle Rollenverteilung oftmals durchbrochen wird und sich die Instrumente in der Führung und Färbung abwechseln ist selbstverständlich. Die tiefen Klänge der großen Instrumente haben reichlich Platz, um sich zu entfalten. Mal gibt der Kontrabass die rhythmische Richtung vor wie im reizvollen Opener „Patat oorlog“, mal präsentiert Schlichting mit dem Bogen liedhafte Melodien. Selbst im freien Spiel ist das möglich wie „Liebesleid und Liebesfreud“ belegt. Das Baritonsaxophon  wandelt hin und wieder wie in „Po Vijn´Krushqit Maleve“ in Free-Gefilden, mal unterlegt es das Spiel mit rockigen Grooves oder das Duo bezieht wie in „Fast Fret“ mit Melodicas Wiener Kaffeehaus-Klangfarben ein. „Tiebensee“ der erste Tanz von den norddeutschen Kohlfeldern besteht lediglich aus kurzen Sequenzen der beiden Instrumente.

 

Verwurzelt im zeitgenössischen  Jazz, verzweigt sich die Musik auf  „Subsystems“ erster CD in Richtung Programmusik, Impressionismus und Folklore, steht zu recht im Promotiontext. Außerdem erkennt  der aufmerksame Zuhörer in den ausgefeilten Miniaturen Fragmente von Paul Lincke oder Fritz Kreisler. „U7“ ist ein Beispiel dafür, wie logisch und Intelligent  sich Adaptionen und freie Improvisationen verbinden lassen. Melodisch vertraut erklingt „Schön Rosmarin“.

 

Duos verlangen intensive Kommunikation und sichere Interaktionen. Die jahrelann organisch gewachsene  Zusammenarbeit zeigt sich in der Vertrautheit und Spontaneität, mit der Almut Schlichting und Sven Hinse ihre Stücke zum Leben erwecken.

 

 

Jazzpages

 

 

Zurück